Fazit zur Leipziger Buchmesse

Das Buch lockt keine jungen Leute mehr? Vielleicht gilt das in eingeschränkter Form für die Druckvariante (eine Allergie gegen gelbe Heftchen, die automatisch mit Literatur identifiziert werden?), aber sicher nicht für alternative Erzählformen, wie Comics ... oder Hörbücher. Und angesichts dieser Besucherzahlen brauchen auch traditionelle Verlage kaum über mangelndes Interesse klagen - auch wenn man die Schulklassen abzieht, die Wochentags durch die Hallen getrieben wurden.

Auf Seiten des Hörbuchs können sich vor allem die Aussteller des Gemeinschaftsstandes freuen. Wobei der Ausdruck Stand inzwischen stark untertrieben ist - Austellung in der Ausstellung trifft es eher. Dort standen aufgereiht nebeneinander Regale mit den Neuerscheinungen oder Bestsellern jeweils eines Verlages, dabei fast immer eine Ansprechperson aus dem Verlag oder Vertrieb, die sich brav Lob und Kritik anhört - speziell für die kleineren Labels ein wichtiges Feedback. Einige Verlage haben aus den triesten grauen Ständern dann doch etwas mehr gemacht, wie z.B. LPL records, die den Stand im Horrorlook dekorierten (inklusive Vampirlady zur Beratung) oder Sounds of Seduction, die die Randlage nutzten und mit den Besuchern auf einem eigenen Pult um Preise in Hörbuchform spielten). Samstag Mittag war die Bude trotz verbessertem Standkonzept und mehr Platz zwischen den Regalen voll und kaum Möglichkeit zum Durchkommen.

Etwas trauriger war in diesem Jahr die Ausbeute in den Veranstaltungsarealen ARD-Hörbuchforum und dem FOCUS-Hörbuchcafe. Bekannte Autoren oder Sprecher waren diesmal Mangelware oder wurden den Fans scheinbar nicht richtig schmackhaft gemacht. Perry Rhodan Stimme Josef Tratnik wäre bei den SciFi und Fantasyfans in Halle 2 warscheinlich besser angekommen als bei der handvoll Hörer im FOCUS-Hörbuchcafe.

Monika Röth (monika)
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