Am Morgen vorgelesen: Umberto Ecos neuer Roman

Dreißig Jahre nach seinem Weltbestseller "Der Name der Rose" hat Umberto Eco wieder einen großen historischen Roman geschrieben. Der Titel "Der Friedhof in Prag" bezieht sich auf die Legende, dass der jahrhundertealte jüdische Friedhof in der tschechischen Hauptstadt seit jeher ein beliebter Treffpunkt für Spione und Agenten gewesen sei. In diesem Roman, in dem fast alles auf Fakten beruht, geht es um die Macht des lediglich Behaupteten.

Eco greift auf ein Thema zurück, dem er sich bereits in seinem 1988 erschienenen Werk "Das Foucaultsche Pendel" gewidmet hat: der Entstehungsgeschichte von Verschwörungstheorien. Im Mittelpunkt stehen diesmal die Protokolle der Weisen von Zion, das wohl berüchtigtste Dokument des modernen internationalen Antisemitismus. Obwohl das Dokument bereits 1921 von der Londoner Times als Fälschung enttarnt wurde, gab man es auch Jahre später noch als angeblich echten Bericht aus. Die zentrale Figur in "Der Friedhof in Prag" ist der Hauptmann Simonini, ein Fälscher, Trickbetrüger, Mörder und notorischer Antisemit im späten 19. Jahrhundert. Aus dessen Sicht hat Eco seinen Roman geschrieben. Eco: "Alles, was ich erzähle und was in meinem Roman passiert, ist historisch wahr. Die einzige Figur, die ich erfunden habe, ist der Fälscher Simonini. Allerdings macht er laufend Dinge, die sich geschichtlich tatsächlich ereignet haben. Insofern ist auch er eine wahre Figur." In "Der Morgen vorgelesen" auf NDR Kultur tragen Jens Wawrcheck und Gert Heidenreich vom 31. Oktober bis zum 11. November montags bis freitags um 8.30 Uhr aus Umberto Ecos neuem Roman vor.

Start: Montag, 31. Oktober, 8.30 Uhr, NDR Kultur


Quelle: NDR[/NDR]

Monika Röth (monika)
e-mail: mroeth@audiobooks.at


Copyright 2001-2007 AUDIOBOOKS Magazin
Diese Seite wurde mit dem WyRu CMS 2.3.103 erstellt.