Radiotipp: "Am Morgen vorgelesen": Sonja Beißwenger liest aus dem Roman "Lied ohne Worte"

Start: Montag, 8. November, 8.30 Uhr, NDR Kultur

Die Produktion in der Regie von Anna Hartwich entstand im September bei NDR Kultur in Hannover.

"Lied ohne Worte" ist nach "Eine Frage der Schuld" der zweite Roman Sofja Tolstajas. In einem Moskauer Archiv harrte das Manuskript über ein Jahrhundert lang auf seine Entdeckung, bis es in diesem Frühjahr in deutscher Übersetzung bei Manesse erschien. Schon "Eine Frage der Schuld" hat das öffentliche Bild entscheidend zurechtgerückt, das man sich lange Zeit von der Gattin des großen russischen Erzählers Leo Tolstoi gemacht hatte. Ihr hing der Ruf einer lästigen Ehefrau an, die den Künstler in seiner Arbeit behinderte. Dass sie ihrerseits ein Anliegen hatte, die eigenen musischen Talente zu entfalten, bringen ihre beiden nun vorliegenden Romane deutlich zum Ausdruck.

In "Lied ohne Worte" fühlt sich die junge Sascha von ihrer Rolle als Ehefrau und Mutter unausgefüllt, und als sie dem Klavierspiel des Musikers Iwan Iljitsch lauscht, verfällt sie dem Mann, ohne recht zu wissen, wie ihr geschieht. Dass die Autorin mit dieser Geschichte einer unglücklichen Frau die damals gesellschaftlich institutionalisierte Nichtachtung weiblicher Persönlichkeit anprangert, war ihr selbst vielleicht kaum bewusst.

Hundert Jahre nach dem Tod des Autors von "Krieg und Frieden" und "Anna Karenina" wirft das Werk seiner Frau ein neues Licht auf die Verhältnisse der Epoche.

Quelle: NDR

Monika Röth (monika)
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