"Am Morgen vorgelesen": Stephan Schad liest aus dem Roman "Die ganze Wahrheit" von Norbert Gstrein

Start: Montag, 25. Oktober, 8.30 Uhr, NDR Kultur

"Man hat mir abgeraten, darüber zu schreiben." Mit diesem Satz beginnt der österreichische Schriftsteller Norbert Gstrein seinen neuen Roman "Die ganze Wahrheit". Und weil seine Geschichte über einen Wiener Verleger namens Heinrich Glück und dessen letzte, große Liebe namens Dagmar manch verblüffende Ähnlichkeiten aufweist mit den realen Figuren Siegfried Unselds und Ulla Unseld-Berkewiczs, war bereits die Rede von einem Schlüsselroman.

Gstrein selbst leugnet bestimmte Parallelen in der "Konstruktion" nicht. Vor allem aber geht es ihm in seinem neuen Buch - ebenso wie in seinen früheren Romanen - um die Möglichkeit bzw. Unmöglichkeit, so etwas wie Wahrheit in der Literatur beanspruchen zu können. Heiter und ironisch wie niemals zuvor erzählt Norbert Gstrein "Die ganze Wahrheit" und gibt dabei pikante Details aus dem Literaturbetrieb preis, ohne dabei seine literarischen Ansprüche zu unterlaufen.

Als "Literaturskandal mit Ansage" hatte der Roman bereits vor seiner Veröffentlichung für Furore gesorgt. Bald zeigte sich aber, dass diesen Autor nicht die Enthüllung interessiert, sondern das spannungsreiche Verhältnis zwischen Realität und Fiktion. Ein Thema, um das sich auch schon die früheren Romane "Die Winter im Süden", "Die englischen Jahre" und "Das Handwerk des Tötens" drehten. So gelesen spannt "Die ganze Wahrheit" den großen Bogen des Gesamtwerks Norbert Gstreins fort.

Stephan Schad gelingt es in seiner Lesung, einem spannungsreichen Verhältnis von vermeintlichen Fakten, objektiven Beschreibungen und subjektiven Empfindungen und Gerüchten einen ganz eigenen Ton beizumischen.

Quelle: NDR

Monika Röth (monika)
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