"Prix Europa" für den österreichischen Autor Eberhard Petschinka und sein Hörspiel "Santo Subito"

"Santo Subito" ist das beste europäische Hörspiel 2007. Die vom Mitteldeutschen Rundfunk und vom ORF gemeinsam produzierte Satire über die letzten Lebenstage von Papst Johannes Paul II. und die Bestrebungen, ihn so rasch wie möglich heilig zu sprechen, wurde vergangenes Wochenende in Berlin mit dem begehrten "Prix Europa" ausgezeichnet. Die international zusammengesetzte Jury rühmte vor allem die Mischung aus "Provokation und Witz", mit der sich der österreichische Autor Eberhard Petschinka dem sensiblen Thema nähert. Der "Prix Europa" ist neben dem "Prix Italia" das renommierteste Radio- und Fernsehfestival Europas. 40 Hörspiele schafften den Weg in die Endrunde, der Preis ist mit 6.000 Euro dotiert.

Der 54-jährige Wiener Eberhard Petschinka, der als Maler, Schriftsteller und Regisseur arbeitet, zählt mittlerweile zu den erfolgreichsten Hörspielautoren des deutschen Sprachraums. Bereits mit seinen Stücken "Krok" und "Raphael Sanchez erzählt 'Spiel mir das Lied vom Tod'" war er international erfolgreich und wurde mehrfach ausgezeichnet, etwa mit dem "Hörspielpreis der Kriegsblinden" oder dem "PremioOndas".

Im heuer von MDR und ORF produzierten Hörspiel "Santo Subito" - Regie: Eberhard Petschinka - wirken Norbert Schwientek, Barbara Falter, Ernst Jacobi, Felix von Manteuffel, Gerd Baltus u.a. mit. In der Hauptrolle des Roberto Benigni ist André Jung zu hören, die Musik stammt von Wolfgang Mitterer.

Zum Inhalt: Zehntausend Gläubige unterbrechen im April 2005 die Totenmesse von Johannes Paul II. und skandieren "Santo subito" - sofort heilig! Zwei Monate später wird das Verfahren der Seligsprechung feierlich eröffnet. Es muss nachgewiesen werden, dass Johannes Paul II. nach seinem Tod ein Wunder vollbracht hat. Zahlreiche Zeugnisse von Gläubigen liegen schon vor. Um den Seligsprechungsprozess voranzutreiben, muss - zumindest in Eberhard Petschinkas rasant-surrealistischem Traumspiel - der Schauspieler Roberto Benigni seine Dreharbeiten unterbrechen, um vor der vatikanischen Kongregation seine Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte, die vielleicht ein potentielles Wunder birgt. In seiner überschwänglichen und ausufernden Art berichtet Benigni, dass er eines Nachts aufgefordert wird, im Vatikan zu erscheinen. Damit der Papst nun endlich die ewige Ruhe finden möge, sei er, Benigni, dazu auserkoren worden, am Sterbebett des kranken Papstes den Don Quixote zu spielen. Doch da der berühmte Schauspieler nicht ohne Sünden und überdies aus der Kirche ausgetreten ist, bedarf es einiger Vorkehrungen: Zunächst vor allem der Reinigung, später der Taufe und der Kommunion. Erst danach schlüpft Benigni in sein Kostüm und hilft, wenn auch nicht als Don Quixote sondern als Spaßmacher Sancho Pansa, Johannes Paul II. aus seinem jetzigen Leben heraus. Das Gedächtnisprotokoll seiner vatikanischen Erlebnisse gerät dem Komödianten Benigni zum extraordinären Theaterauftritt, und seine Geschichte erreicht mit dem Wunder einer Geburt ihren Höhepunkt und ihre Vollendung. Die Kommission ist zufrieden. Das Verfahren zur Seligsprechung des Papstes wird zu einem glücklichen Abschluss kommen können. Ö1 sendet das prämierte Stück am Dienstag, den 30. Oktober ab 20.31 Uhr im "Hörspiel-Studio". Nähere Informationen zu Österreich 1 sind abrufbar unter http://oe1.ORF.at (ih)

Quelle: ORF

Monika Röth (monika)
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