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Günter Rubik (grubik), 13.02.2007

Wie entsteht ein Hörbuch?

Obwohl inzwischen manche Hörbücher gleichzeitig mit dem Print-Produkt erscheinen, ist es meist ein erfahrener Produzent, der einen Stoff für die Vertonung auswählt. Nun sind zunächst die Rechte zu klären, denn die Verwertungsrechte eines Textes zum Hörbuch können sich sehr kompliziert gestalten. Deshalb existiert ein großer Teil an Klassikern, die Texte verwenden, deren 70-jähriges Copyright erloschen ist.

Sind die Rechte geklärt und Verlag bzw. Autor entsprechend entschädigt, erfolgt oft eine Kürzung, da viele Stoffe ansonsten die üblichen 1-4 CDs sprengen würden. So traurig es ist: die gekürzten 2 CD-Hörbücher verkaufen sich wegen des geringeren Preises besser.

Soll das Hörbuch als Hörspiel entstehen muß auf Basis des Buches ein komplettes Drehbuch wie beim Film geschrieben werden. Beim Hörspiel wird die Vorlage noch weiter verdichtet, da durch Dramaturgie, Geräusche, etc. Teile der Geschichte erzählt werden, die ansonsten als Text ausformuliert wären.

Zur Textvorlage muß nun ein - beim Hörspiel auch mehrere - Sprecher gefunden werden. Auch im deutschen Sprachraum haben sich einige Schauspieler als beliebte Hörbuchstimmen etabliert. Meist kennt man diese - neben ihrer Theaterarbeit als Synchronstimmen bekannter Kinogrößen.

Im Tonstudio werden nun die Texte gelesen, wobei meist nicht länger als 4 Stunden pro Tag produziert wird, um die Stimme zu schonen und die Konzentration zu erhalten. Produktionen mit mehreren Schauspielern entstehen nicht immer im großen Rahmen, sondern werden öfter auch getrennt aufgenommen und nachher zusammengeschnitten. Einige der schönsten Liebesszenen der Hörbuch-Welt sind auf dem Schneidetisch entstanden.

Bei Hörspielen ist es auch nichts ungewöhnliches, daß ein Schauspieler meist noch eine weitere kleinere Rolle mit geänderter Stimme mitspricht. Das Variieren der Stimme ist eine Gabe, die auch bei einfachen Lesungen das Gefühl mehrerer Personen aufkommen lässt.

Über die Aufnahme wacht der Regisseur und ein Ton-Ingenieur, die dem Sprecher bei Lesefehlern oder falscher Betonung zu einer Wiederholung anhalten.

Das so gewonnene Rohmaterial muß nun noch geschnitten werden. Fehler werden entfernt, das Material wird in die richtige Reihenfolge gebracht, unterschiedliche Sprecher werden zusammengeführt.

Bei inszenierten Lesungen oder Hörspielen muß nun noch eine Geräuschkulisse und Musik hinzugefügt werden. Der Aufwand dafür kann sich sowohl in der Herstellung (von der Verwendung von Tonarchiven im Computer bis zur Aufnahme neuer Naturgeräusche oder Orchester) als auch in der rechtlichen Größe gewaltig unterscheiden. Für Musik gibt es natürlich wie beim Text ein Verwertungsrecht, das mit dem Musikverlag und dem Interpreten geklärt (und abgegolten) werden muß.

Ist die Produktion fertiggestellt, muß sie natürlich noch vervielfältigt werden. Hier stehen dem Verlag wiederum vielfache Möglichkeiten bei der Auswahl des Mediums, der Auflage, des Layouts für den Aufdruck der CD, der Verpackung und etwaiger Beihefte zur Verfügung. Und natürlich stünde es dem Verlag auch zur Auswahl, das Hörbuch rein Digital über die Download-Portale im Internet zu vertreiben.

Der Vertrieb bleibt nun die letzte Hürde, bis die CD beim Buchhändler im Regal und schließlich in den Einkaufswagen des Kunden wandert.

Günter Rubik (grubik)
e-mail: grubik@audiobooks.at

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