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Monika Röth (monika), 10.09.2009

Radio Play 09: Sieger des Kurzhörspielwettbewerbs zum Thema "Industrie" in Linz gekürt

Radio Play 09 ist ein von Linz09 Kulturhauptstadt Europas, der Rubble Master HMH GmbH und dem ORF gemeinsam ins Leben gerufener Kurzhörspielwettbewerb - gestern Abend wurden im Rahmen einer Veranstaltung in Linz die Sieger gekürt. Der erste Preis ging an die Innsbrucker Literaturwissenschaftsstudentin Sarah Seekircher und ihr Stück "Fabrikkinder", der zweite an die chinesische Musikstudentin und Komponistin Qin Huang und der dritte an die Wiener Autorin, Journalistin und Radiokünstlerin Elisabeth Putz. Die Siegerproduktionen sind am 15. September ab 21.00 Uhr im "Hörspiel-Magazin" in Ö1 zu hören.

Der heuer ins Leben gerufene Kurzhörspielwettbewerb Radio Play 09 war dem Thema "Industrie" gewidmet, gesucht waren frei produzierte Hörspiele mit maximal neun Minuten Länge. Die fünfköpfige Jury, bestehend aus Gerald Hanisch und Andrea Eichelberg von HMH, dem musikalischen Leiter von Linz09 Peter Androsch und Alfred Pittertschatscher und Peter Klein vom ORF, wählte aus den knapp zwei Dutzend Einreichungen nach intensiver Beratung schließlich die drei Siegerstücke aus. Das Spektrum der eingereichten Arbeiten spiegelte dabei die Möglichkeiten, die das Genre Hörspiel bietet, umfassend wieder. Die Palette reichte von Klangcollagen und Soundessays über Minidramen und verspielte Sprachexperimente bis hin zum dokumentarischen Hörspiel. Der Wettbewerb ist mit insgesamt 6000 Euro dotiert. Eine Zusammenfassung der gestrigen Veranstaltung sowie die Siegerproduktionen werden am 15. September ab 21.00 Uhr im Ö1-"Hörspiel-Magazin" gesendet. Im Sinne einer nachhaltigen Gesamtkonzeption wird der Kurzhörspielwettbewerb Radio Play 09 in den nächsten beiden Jahren mit den Themenschwerpunkten "Kultur" und "Natur" fortgesetzt.

Der mit 3000 Euro dotierte erste Preis ging an Sarah Seekircher und ihr Stück "Fabrikkinder". In einer ebenso schlichten wie wirkungsvollen Machart schildert die 1984 in Innsbruck geborene Studentin der Literaturwissenschaft auf der Basis von historischen Quellen das Elend der Kinderarbeit im frühindustriellen Linz. Kinder, die billigsten und rechtlosesten aller Arbeitskräfte, wurden bevorzugt in der Textilindustrie eingesetzt, weil sich ihre kleinen und feinen Hände besonders für den Umgang mit Fäden und Wolle eigneten. In ihrer Begründung verwies die Jury unter anderem darauf, dass Kinderarbeit in der heimischen Industrie zwar längst abgeschafft ist, in manchen Teilen Asiens oder Afrikas aber bis heute praktiziert wird. Nach Angaben von UNICEF arbeiten heute knapp 200 Millionen Kinder zwischen fünf und 14 Jahren, die meisten davon in der Landwirtschaft, in kleinen Werkstätten, als Arbeiter in Steinbrüchen, als Straßenverkäufer oder Dienstmädchen.

Einen formal wie inhaltlich völlig anderen Zugang wählte die Gewinnerin des mit 2000 Euro dotierten zweiten Preises, Qin Huang. Die chinesische Musikstudentin und Komponistin variierte in ihrem hoch musikalischen Siegerstück allein das Wort "Industrie". Wobei sie in ihrer Klangkomposition industrielle Sounds nicht einfach abbildete, sondern mit elektronischen Mitteln eine eigene industrielle Klangwelt erschuf.

Der mit 1000 Euro dotierte dritte Preis ging an die Wiener Autorin, Journalistin und Radiokünstlerin Elisabeth Putz. Sie stellt in ihrem Stück "Industrie" der Unterhaltungs- die Vernichtungsindustrie gegenüber. Der Selektionsmechanismus der TV-Show "Americas Next Topmodel" wird dabei mit den Auslesemechanismen der Nazizeit verglichen.

Eine "Lobende Erwähnung" wurde schließlich noch dem dokumentarischen Hörspiel der oberösterreichischen Tonmeisterin und Psychologin Brigitte Winter zuteil. In ihrer Collage "linz-stahlstadt-lebensstadt" montiert sie kunstvoll - teils sehr widersprüchliche - Statements zum Thema "Stahlstadt Linz" zu einer kritischen Liebeserklärung an Linz09.

Die Preisverleihung fand gestern Abend - 9. September - in der Firmenzentrale des Baumaschinenherstellers Rubble Master HMH GmbH in Linz statt, moderiert wurde die Veranstaltung von ORF-Redakteurin Silvana Steinbacher.

Nähere Informationen zum Programm von Österreich 1 sind abrufbar unter oe1.orf.at

Monika Röth (monika)
e-mail: mroeth@audiobooks.at

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