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Monika Röth (monika), 21.02.2009

Ö1-Publikum hat gewählt: "Hörspiel des Jahres 2008" ist Chris Pichlers "Romy Schneider - zwei Gesichter einer Frau" - "Hörspiel-Kritikerpreis" an Friederike Mayröcker

Größer hätte die Spannweite gar nicht sein können. Während das Ö1-Publikum eine Bearbeitung von Briefen und Tagebuchnotizen der Schauspielikone Romy Schneider zum "Hörspiel des Jahres 2008" wählte, entschied sich die Kritikerjury für einen von Friederike Mayröcker selbst vorgetragenen Hörspieltext. Zwei Frauen, zwei Monologe und zwei Preise - und dennoch sind die Unterschiede größer als die Gemeinsamkeiten.

Bei der vom ORF zum 16. Mal durchgeführten Publikumswahl des "Hörspiels des Jahres" setzte sich eine Bearbeitung von Briefen und Tagebuchnotizen der Schauspielikone Romy Schneider durch Chris Pichler als Siegerhörspiel durch. Der "Hörspiel-Kritikerpreis" erging an Friederike Mayröckers "Gärten, Schnäbel, ein Mirakel, ein Monolog, ein Hörspiel". Regie in dieser Gemeinschaftsproduktion von ORF und SWR führte Klaus Schöning. Diese Ergebnisse wurden im Rahmen der "Langen Nacht des Hörspiels" am Freitag, den 20. Februar im Wiener RadioKulturhaus bekannt gegeben. Chris Pichler wurde als Schauspielerin des Jahres geehrt, die Laudatio hielt der Schriftsteller und Regisseur Lucas Cejpek. Das Siegerhörspiel der Publikumswahl "Romy Schneider - Zwei Gesichter eine Frau" wird in Ö1 am Samstag, den 21. Februar ab 14.00 Uhr ausgestrahlt, das Siegerhörspiel des Kritikerpreises "Gärten, Schnäbel, ein Mirakel, ein Monolog, ein Hörspiel" ist am Dienstag, den 24. Februar ab 21.00 Uhr in Ö1 erneut zu hören.

Die Entscheidung war klar und eindeutig. Mit überwältigender Mehrheit wählte das Ö1-Publikum aus 26 Neuproduktionen die Hörspielfassung eines Soloabends von Chris Pichler zum "Hörspiel des Jahres 2008": "Romy Schneider - Zwei Gesichter eine Frau" (Regie: Daniela Gassner) wurde ursprünglich als Soloabend im RadioKulturhaus uraufgeführt und kehrte, nach einer Reihe erfolgreicher Vorstellungen im gesamten deutschsprachigen Raum, als Hörspiel wieder ins Wiener Funkhaus zurück. Chris Pichler durchschreitet darin, emotionsgeladen und dennoch voller Respekt, fast drei Jahrzehnte im Leben einer ebenso erfolgreichen wie zerbrechlichen Frau. Aufgrund des großen Erfolges wurde das Hörspiel "Romy Schneider - Zwei Gesichter einer Frau" auch auf CD veröffentlicht. Die bei LangenMüller Hörbuch erschienene CD ist im ORF-Shop zum Preis von 14,95 Euro (Ö1-Clubmitglieder: 13,46 Euro) erhältlich.

Platz zwei der Publikumswahl erging an eine zweiteilige Hörspielfassung von Marie von Ebner-Eschenbachs sozialkritischem Roman "Das Gemeindekind" (Bearbeitung und Regie: Götz Fritsch), knapp gefolgt von der ebenso realistischen wie hochgradig artifiziellen Selbstzerstörungsstudie "Mein Körper ist ein Schlachtfeld" der jungen Autorin Elodie Pascal (Regie: Elisabeth Putz). Die Plätze vier bis zehn ergingen an Hörspiele von Daniela Kletztke (über Theodor Kramers Flucht und Emigration), an Brigitte Schwaiger ("Fallen lassen") sowie an Irene Prugger, Carl Djerassi, Marianne Sula, Eberhard Petschinka und an Friederike Mayröcker.


Vergabe des "Hörspiel-Kritikerpreises" an Friederike Mayröcker

Zum zweiten Mal wurde im Rahmen der "Langen Nacht des Hörspiels" im RadioKulturhaus der "Hörspiel-Kritikerpreis" vergeben. Literatur- und Kulturkritiker der "Salzburger Nachrichten", der "Presse", des "Standard" und des "Kurier" vergaben den Preis für das, ihrer Ansicht nach, "künstlerisch anspruchsvollste und ansprechendste" Hörspiel des Jahres 2008. Die Wahl fiel auf keine Unbekannte: Friederike Mayröcker, die in ihren mehr als 30 Hörspielen, die insgesamt vier Jahrzehnte umspannen, ihre eigene, ebenso reduzierte wie radikale Ästhetik entwickelt hat. In ihrer jüngsten Arbeit, dem mit dem Kritikerpreis ausgezeichneten Stück "Gärten, Schnäbel, ein Mirakel, ein Monolog, ein Hörspiel", flaniert Friederike Mayröcker durch einen Park poetischer Assoziationen. "Schlafe auf Nervenzettel", sagt die 1924 geborene Dichterin, "ganz dünner durchsichtiger durchlöcherter Schlaf." "Mein Gang ist unsicher, ich werde schwächer ... es ist zu spät, der Sommer verhaucht".

Chris Pichler "Schauspielerin des Jahres 2008"

Seit 1997 wählt eine Fachjury aus ORF-Hörspielregisseurinnen und -regisseuren die Schauspielerin oder den Schauspieler des Jahres. Die Wahl des Regieteams fiel dieses Jahr einstimmig auf Chris Pichler. Die geborene Oberösterreicherin wirkte im Verlauf der letzten zehn Jahre in insgesamt nahezu 40 vom ORF gesendeten Hörspielen mit. Das Hörspieljahr der Chris Pichler war aber ohne Frage das Jahr 2008. Neben ihrem Solo für Romy Schneider gab sie in Carl Djerassis Stück "Vier Juden auf dem Parnass" Arnold Schönbergs ganz und gar nicht unschuldige junge Frau Mathilde, spielte eine der Hauptrollen in Paula Köhlmeiers Hörspiel "Von Menschen, die sich fressen" und gestaltete Ivana Sajkos "Bombenfrau", den Monolog einer Selbstmordattentäterin, als dramatischen und hochpolitischen Akt. Am 20. Februar wurde Pichler als "Schauspielerin des Jahres 2008" geehrt und folgt damit bisher Ausgezeichneten wie Rudolf Wessely, Michou Friesz, Martin Schwab, Bibiana Zeller, Peter Simonischek, Peter Matic, Andrea Clausen oder Erwin Steinhauer.

Nähere Informationen zum Thema "Hörspiel" bietet die neue Hörspielwebsite von Ö1: Unter oe1.ORF.at/hoerspiel sind 63 Jahre Hörspielgeschichte in rund 14.000 Datensätzen abrufbar, dazu kommen aktuelle Einträge, Artikel zum laufenden Programm, die Ankündigung von Wettbewerben, Veranstaltungen, Tipps, Hinweise und vieles anderes mehr.(ih)

Quelle:

Monika Röth (monika)
e-mail: mroeth@audiobooks.at

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