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Günter Rubik (grubik), 20.03.2008

Leipzig 2008 Nachlese

Und wieder ist eine Leipziger Buchmesse zu Ende gegangen - wie sollte es anders sein mit einem neuen Besucherrekord und allgemeinen Schulterklopfen. Die Leute lesen wieder mehr: Sachbücher unter anderem. Und ebenfalls nicht zu übersehen ist die neue Art der Erzählkultur der jungen Jungen Leute. Comics. Entschuldigung, Graphic Novels auf Neu-Deutsch. Denn wenn man die Messe-Quadratmeter als Maßstab nimmt und von einer Explosion von Hörbüchern spricht, dann müsste man bei den Manga und Animes - denn der Großteil dieser Produktionen trägt die unverwechselbare Handschrift japanischer Zeichner - schon von einem Urknall sprechen.

Im Bereich der Hörbücher freut man sich wieder über einen riesigen Gemeinschaftsstand, um den sich einige Satelitten (z.B. Hörverlag, RADIOROPA, TITANIA MEDIEN) sammeln. In zwei Veranstaltungsbereichen, dem ARD Hörbuch-Forum und dem FOCUS Hörbuch-Cafe finden im Stundentakt Veranstaltungen statt: Lesungen, Produktvorstellungen, Podiumsdikussionen zum Thema.

Trotzdem ist ein wenig Katzenjammer angesagt. "Die fetten Jahre sind vorbei" gilt auch für den Hörbuchbereich. Denn erstmals sind die traumhaften Zuwachsraten auch im Sinken. Zu viele Verlage produzieren für einen zu kleinen Markt oder: die vielen Produkionen werden nicht von genug Buchhändlern an Mann und Frau gebracht. Klar, daß man dann hoffnungsvoll auf die Download-Portale blickt und den fehlenden Umsatz im Internet erwirtschaften will. Audible (diesemal nicht mit eigenem Stand vertreten, sondern nur mit einer Marketingaktion: Wasserspender, die auf den Wegwerfbechern den Code eines Downloadgutscheins tragen), Claudio und Soforthören sind da. Unter den Hörbuchverlagen fehlen dafür einige Namen und man hört, daß einige auch übers Aufhören nachdenken.

Für den Kunden auf den ersten Blick erfreulich: der Durchschnittspreis für Hörbücher ist gesunken. Hierbei nicht ganz unschuldig der vom Elektronikriesen TECHNISAT gegründete Hörbuchverlag RADIOROPA. Mit einem Sortiment von inzwischen 1.200 Titeln und Preisen von unter 10 Euro für Lesungen von mehr als 10 Stunden Länge setzt er seine Mitbewerber natürlich in Sachen Schnäppchen gewaltig unter Druck. Nivaulose Produktionen sagen die einen. 'Ein sehenswertes Preis/Leistungsverhältnis' kontert man bei RADIOROPA und 'das man dafür natürlich keine großen Sprechernamen wie Christian Brückner oder Rufus Beck erwarten darf'. Zum Thema wurde am Podium des FOCUS Hörbuch-Cafes viel über die Qualität gesprochen und ob ein Hörbuch tatsächlich im 'Selbstfahrer'-Modus entstehen kann, also wenn der Sprecher gleichzeitig die Rolle des Regisseurs und des Ton-Ingeneurs übernimmt.

Mit deutlich höherem Aufwand geht es dagegen bei den Hörspielen zu, die mit neuen Serien z.B. von TITANIA MEDIEN, LAUSCH oder der LAUSCHERLOUNGE stark von sich Reden machten. Hörformat und ihr blinder Detektiv Peter Lundt fehlte zwar offiziell auf der Messe, war aber als Cover-Dummy am Stand von Oliver Rohrbecks LAUSCHERLOUNGE zu entdecken - hier wird es vertrieblich eine Zusammenarbeit geben und das bedeutet leider für Fans: der nächste neue Teil wird erst nächstes Jahr erscheinen, den zuvor gibt es eine Wiederauflage der bestehenden Teile im neuen Vertrieb. Und auch von hocherwürdigen Hörbuchverlagen gibt es Hörspielstoff: der Hörverlag präsentiert beispielsweise Jan Weilers 'Maria im schmeckt's nicht' jetzt neu als Hörspiel und bei Steinbach finden mit dem zweiten Teil von 'Mark Brandis' Science Fiction Fans Hör(spiel)stoff.

Das soll natürlich absolut nicht bedeuten, daß die Lesung aussterben würde. Ganz im Gegenteil - eine gewaltige Menge an neuen Produktionen, vom Literarischen von Hörkultur, über Spannungsgeladenes von Random House Audio und Lübbe Audio bis zu erotischem von Irina von Bentheims (die deutsche Stimme von Sex and the City) Hörbar Weiblich war auf der Messe zu finden. Hoffmann und Campe präsentierte auf der Messe beispielsweise die ungekürzte Lesung von 'Vom Winde verweht' und kurz vor der Messe stand bereits die ungekürzte Lesung von Ken Follets neuem Buch 'Die Tore der Welt' in den Läden, produziert bei Lübbe auf 7 MP3-CDs. Wer keine 50 Stunden Zeit hat kann die Lesung übrigens auch als 12 CD-Lesung von Joachim Kerzel hören, ebenfalls bei Lübbe erschienen.

Günter Rubik (grubik)
e-mail: grubik@audiobooks.at

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