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Monika Röth (monika), 16.07.2011

Karl-Sczuka-Preis 2011 geht an das Institut für Feinmotorik

Die Künstlergruppe Institut für Feinmotorik erhält den vom Südwestrundfunk (SWR) gestifteten Karl-Sczuka-Preis 2011 für Hörspiel als Radiokunst. Die Gruppe, bestehend aus Florian Meyer, Daniel van den Eijkel, Tim Elzer, Marc Matter und Mark Bruederle, wird für das Radiostück "Die 50 Skulpturen des Institut fuer Feinmotorik" ausgezeichnet.

Das Preiswerk, eine SWR-Auftragsproduktion, ist aus einer am 17. Januar 2011 gesendeten Veranstaltung des SWR zum "Art's Birthday" hervorgegangen. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 12.500 Euro verbunden.

Der diesjährige Karl-Sczuka-Förderpreis in Höhe von 5.000 Euro wird an die Kölner Autorin und Regisseurin Ulrike Janssen für ihre Produktion "vogelherdrecherche" vergeben, die am 29.3.2011 im Deutschlandfunk zur Uraufführung kam.

Der Karl-Sczuka-Preis gilt als international bedeutende Auszeichnung für avancierte Werke der Radiokunst. Er wird jährlich an die "beste Produktion eines Hörwerks, das in akustischen Spielformen musikalische Materialien und Strukturen benutzt", verliehen. In diesem Jahr wurden 80 Wettbewerbsbeiträge aus sieben Ländern eingereicht, davon 46 Produktionen der ARD und vom Deutschlandradio. Sechs Produktionen stammen von ausländischen Rundfunkanstalten, 28 von freien Autoren. Die Preisverleihung findet am 15. Oktober als öffentliche Veranstaltung im Rahmen der Donaueschinger Musiktage 2011 statt. Die Laudatio wird Jurymitglied Michael Grote halten.

Über die Zuerkennung der Preise hat am Donnerstag, 14. Juli, in Baden-Baden eine unabhängige Jury unter Vorsitz der ehemaligen Kulturstaatsministerin Christina Weiss entschieden. Weitere Mitglieder der Jury waren der Schriftsteller Marcel Beyer, der Literaturwissenschaftler Michael Grote, der Komponist Helmut Oehring sowie die Journalistin und Musikwissenschaftlerin Margarete Zander. In ihrer Begründung schreibt die Jury: ""Die 50 Skulpturen des Institut fuer Feinmotorik' haben die diesjährige Jury des Karl-Sczuka-Preises durch ihre konkrete sinnliche Klanglichkeit ebenso überzeugt wie durch ihre radikale Konsequenz. Seit 1997 reizt das fünfköpfige Künstlerkollektiv "Institut für Feinmotorik' in experimentellen Performances die Möglichkeiten seiner Medien aus - in der Arbeit mit DJ-Mischpulten und präparierten Plattenspielern, auf denen nicht Schallplatten, sondern Alltagsmaterialien wie Gummibänder, Büroklammern und Klebeetiketten abgetastet werden. Aus dieser mutigen Reduktion der radiophonen Mittel entsteht ein Aggregat in Klang geformter Körper von rätselhafter Archaik."

Das Institut für Feinmotorik ist ein Künstlerkollektiv, das in verschiedenen Formationen an verschiedenen Formaten arbeitet. Die größte Aufmerksamkeit erlangten bisher Experimente mit präparierten Schallplattenspielern, welche mit allen möglichen Materialien, aber konsequent ohne Schallplatten, bespielt werden. Der Aufbau besteht aus einem Tisch mit acht Plattenspielern und vier DJ-Mischpulten. Die Plattenspieler sind mit Haushaltsmaterialien präpariert wie Klebeband, Büroklammern, Papierschnipsel und Klebeetiketten, Gummibänder und Drahtspiralen. Die Mitglieder der Künstlergruppe betrachten den Tisch mit den ganzen Utensilien als ihr Instrument und erzeugen damit Geräusche und Klänge, die oftmals spröde und karg anmuten, aber doch eine ganz eigene Qualität und Anmut besitzen. Auch wenn es für das Publikum manchmal so klingt, werden bei der Arbeit mit den präparierten Plattenspielern dennoch keine elektronischen Effekte eingesetzt.

Das Kulturprogramm SWR2 sendet das preisgekrönte Werk und Ausschnitte der Verleihung des Karl-Sczuka-Preises 2011 im "SWR2 Hörspiel-Studio" am 21. Oktober, ab 22.03 Uhr. Unter dem Titel "Das Hörspiel vom Hörspiel" sind am 8. November um 22.03 Uhr in SWR2 Ausschnitte weiterer Werke aus dem diesjährigen Wettbewerb zu hören, die Jurymitglied Margarete Zander präsentieren wird.

Weitere Informationen über den Karl-Sczuka-Preis unter www.SWR2.de/sczuka

Quelle: SWR

Monika Röth (monika)
e-mail: mroeth@audiobooks.at

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