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Monika Röth, 26.12.2006

Hörbibliothek Graz

In der Weihnachtszeit haben wir die derzeit einzige öffentliche Hörbibliothek in der steirischen Landeshauptstadt Graz besucht. Soll bedeuten: Hörbibliotheken gibt es z.B. für Blinde schon seit langer Zeit. Hörbücher für Jedermann gibt es aber andererseits nur als Zusatzangebot in normalen Bibliotheken; eine Bibliothek nur für Hörbücher ist aber ein absolutes Novum.

Die Hörbibliothek Graz liegt am Mariahilferplatz gleich neben der Kirche, genauer gesagt ist die Hörbibliothek noch Teil der Pfarre.

Wir werden von Christa Wiener-Pucher begrüsst, die die Hörbibliothek 1997 gegründet hatte und auch heute noch die treibende Kraft hinter dieser Institution ist. Als sie sich 1997 als Mitglied des Pfarrgemeinderates um die Pfarrbibliothek kümmern sollte, suchte sie nach einer neuen Herausforderung und wurde bei den Hörbüchern fündig. Ein Jahr später startete die Hörbibliothek mit einer Auswahl von immerhin 140 Kassetten.

Welche gewaltige Leistung dahintersteckt muß man daran messen, daß 1997 Hörbücher nicht unbedingt an jeder Ecke zu bekommen waren. Ganz im Gegenteil: als sie nach existierenden Konzepten suchte, mußte sie feststellen, daß sie dabei war Pionierarbeit zu leisten und in den folgenden Jahren wurde sie zur Ansprechperson für manchen Bibliothekar bei der Frage nach Hörbüchern.

Heute zählt die Hörbibliothek Graz beachtliche 1600 Titel - und das auf 8 Quadratmetern! Unmöglich? Auch das ist eine Idee der einfallsreichen Christa Wiener-Pucher. Im kleinen Büro der Hörbibliothek steht Ordner an Ordner mit den Covern der vorhandenen Hörbücher - nach Kategorien sortiert. Blättern wir die Ordner durch und haben ein Hörbuch gefunden, holt Christa Wiener-Pucher mit der Katalognummer aus dem Schrank die CDs, die dort dicht an dicht in einfachen CD-Hüllen stecken. Natürlich gibt es auch eine Stereoanlage mit Kopfhörern, um kurz in den Titel hinein zu hören.

Mitgenommen werden die CDs dann in eigenen CD-Taschen in denen die CDs in ihren Hüllen eingehängt werden. Platzsparend, denn auch eine größere Anzahl an CDs passt problemlos in so eine Tasche. Die weichen Hüllen schützen die CDs außerdem vor Kratzern; bei normalen Jewelcases könnten die Plastikteile der Zentrierung im Jewel-Case nach häufigem Gebrauch abbrechen und beim Transport die CD zerkratzen.

So können die Kunden der Hörbibliothek, die aus der ganzen Steiermark nach Graz kommen, ihre Hörbücher für 2 Wochen Leihzeit nach Hause nehmen. Das beschränkt natürlich den Umfang der Produkte, die im Leihbetrieb angeboten werden. Früher lag der maximale Umfang bei 4 CDs, inzwischen werden Titel bis maximal 6 CDs angeboten.

Und natürlich gibt es auch noch immer Hörbücher auf Kassetten. Nicht nur ältere Hörer schätzen noch immer das inzwischen in die Jahre gekommene Medium. Auch der Vorteil, daß das Hörbuch bei Unterbrechungen genau an der zuletzt gehörten Stelle fortgesetzt wird, ist noch immer bei CDs unerreicht.

Für die Zukunft der Hörbibliothek gibt es einige interessante Projekte. Nicht nur ist Christa Wiener-Pucher inzwischen als Sprecherin für das Hörbuch im allgemeinen und Hörbücher im Leihbetrieb im besonderen gefragt, auch die Hörbibliothek selbst hat sich inzwischen als wichtige Institution herausgestellt, z.B. durch ihr Angebot an fremdsprachigen Titeln in einer Kooperation mit der Uni Graz, bei der Studenten ihr Sprachstudium durch entsprechende Hörbücher aus ihrem Fach ergänzen und diese nicht kaufen, sondern gleich bei der Hörbibliothek vor Ort leihen können - so mancher arme Student wird darüber dankbar sein.

Übrigens sind 40% der Kunden der Hörbibliothek Graz Männer: ein Verhältnis, von dem andere Bibliotheken nur träumen können (3-8%).

Als wir uns nach über 2 Stunden von Christa Wiener-Pucher verabschieden, erscheint uns die Zeit wie im Flug vergangen; obwohl wir extra an einem der Nicht-Leihtage gekommen sind, sonst wäre im Trubel von Verleih, Rückgabe und Beratung wahrscheinlich überhaupt keine Zeit für ein Schwätzchen gewesen. Wir machen uns auf jeden Fall ziemlich beeindruckt zurück auf den Weg nach Wien, was man mit Einfallsreichtum und Engagement aus dem Thema Hörbuch machen kann.

Fotos von der Hörbibliothek Graz

Und hier geht es zur Hörbibliothek: www.hoerbibliothek.at

Monika Röth
e-mail: mroeth@audiobooks.at

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