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Günter Rubik, 04.05.2008

Endstand Litera 08

Ich war dabei - alle 5 Tage von Mittwoch bis Sonntag, von 9 Uhr morgens bis 19 Uhr abends. Freitags in der langen Nacht der Literatur sogar bis Mitternacht.

Nicht einmal Frankfurt dauert so lange. Und Linz ist nicht der Buchnabel der Welt. Diese ambitionierten Besuchszeiten verknüpft mit der beschränkten Einwohnerzahl von Linz (unter 200.000 - mit allen angrenzenden Gemeinden noch immer unter 300.000) und einem unvergleichlichen Debakel in der Öffentlichkeitsarbeit taten ihre Wirkung: die Aussteller saßen frustriert an ihren Ständen und warteten und warteten und warteten.

Das soll nicht bedeuten, daß die Messe schlecht war. Das Linzer Designcenter hat zwar nicht den Charm des Wiener Rathauses (in dem die Wiener Buchwochen bis letztes Jahr zu Gast waren), ist aber anderen Messehallen in Sachen Atmosphäre haushoch überlegen und war in Sachen Platzverhältnisse deutlich unterfordert. Die organisierten Lesungen waren hochkarätig und hätten deutlich mehr Publikum verdient. Die Präsentation der Hörbücher - ein Gemeinschaftsstand nach dem Vorbild der großen Messen in Deutschland und damit ein Zugeständnis an die kleinen Verlagsgrößen im Hörbuchbereich - war in Österreich eine Premiere und mit der bisherigen Größenordnung der Hörbücher auf den Wiener Buchwochen sinnlos zu vergleichen.

Bibliotheken waren häufige Gäste am Hörbuchstand, Buchhändler weniger. Was zweifellos auch daran liegt, das die jeweilige Standesvertretung erstere über die Messe zumindest informiert hat, zweitere wurden von ihrem Hauptverband auf die Buch Wien im Herbst eingestimmt - ob die mitten im Weihnachtsgeschäft mehr Buchhändler anziehen wird, muß sich aber noch zeigen. Die Endkunden waren vor allem in den Zeiten auf der Messe, in der freier Eintritt lockte. Alleine in der langen Nacht bevölkerten nach 19 Uhr 2000 zusätzliche Besucher die Messe. Insgesamt waren es dann knapp 10.000 Besucher, wovon die hälfte der Karten bezahlt waren. Die andere Hälfte waren Einladungen und die üblichen Schulklassen.

Das Problem aus Besuchersicht - neben den 6 Euro Eintritt - waren wohl auch die fehlenden Verlage. Am Hörbuchstand waren beispielsweise Hörverlag, Randomhouse, DAV und Steinbachs Sprechende Bücher nicht vertreten - um nur einige zu nennen. Die Präsentation von Lübbe Audio war auch dadurch kastriert, daß das Paket mit Produkten spurlos verschwunden war und in der Messebuchhandlung Thalia nur ein einziges Lübbe-Produkt aufzutreiben war. Engagierte Buchhändler bieten somit ein vollständigeres Bild für den Hörbuchfan. Viele Verlage waren zwar mit Produkten vertreten, aber ansonsten wahr keine Ansprechperson zu finden. Rühmliche Ausnahmen waren die Literaturspezialisten von Hörkultur, dem Hörbuchverlag Gugis (bzw. Der Diwan) und dem Vertrieb Audiopool (EinsAMedien, HörbarWeiblich, Galila, u.a.). Audiomedia kam zumindest auf Besuch vorbei, ein Vertreter der Branchenzeitschrift HörBücher schaute sich ebenfalls auf der Messe um. Trotzdem mußten Besucher nicht ohne Beratung nach Hause gehen, weil die Mitarbeiter der Hörbücherei Mariahilf aus Graz mit Rat und Tat bereit standen und kurzerhand Informationen zu allen vorhandenen Verlagen lieferten. Auch unsere Chefredakteurin Monika Röth vom AUDIOBOOKS Magazin war mit Tipps und Empfehlungen im Einsatz und warb bei den Buchfreunden für das Medium Hörbuch. Der verwaiste Lübbe Audio Stand wurde durch die Mithilfe Österreichs erster Hörbuchhandlung AUDIAMO mit Produkten von TITANIA Medien bestückt und warb für Gruselkabinett und die neue Jugendserie Anne.

Apropos Buchhandlung: die ganze Messe war eine. Zwar organisierte Thalia auf einem eigenen Stand eine eigene Messebuchhandlung und Morawa tat das gleiche für den Jugendbereich im ersten Stock des Designcenters, aber alle Verlage konnten an allen Tagen auch verkaufen und taten dies auch mit Messerabatten. Alleine dafür hätte sich der Besuch für den Hörbuchfreund schon gelohnt. Für die kleinen Verlage im Hörbuchbereich war es eine feine Möglichkeit die Messekosten zu relativieren.

Die LITERA09 steht übrigens schon jetzt fest, was alleine schon deshalb Sinn macht, weil Linz 2009 Kulturhauptstand Europas ist und was man von den Verlagen erfahren konnte, so kann man sich eine nochmalige Teilnahme 2009 gut vorstellen - auch wenn die heurige LITERA allen positiven Seiten zum Trotz unter dem Stichwort Lehrgeld verbucht werden muß.

Aus Sicht des Hörbuchs wäre es auf jeden Fall ein deutlicher Zugewinn für die Buchszene Österreichs. Man darf dem Präsidenten der LITERA Berthold Greif nur raten sein Team zu vergrößern und für mehr PR zu sorgen und damit mehr Besucher auf eine Veranstaltung zu locken, die aus dem Ausland als die Österreichische Buchmesse wahrgenommen wird. Und mit einem gewissen Nationalstolz würde ich mir wünschen, das diese Übung gelingt.

Günter Rubik
e-mail: rubik@audiobooks.at

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