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Monika Röth (monika), 30.06.2004

Die Nacht mit dem Hörschaf

Eine Gratulation an die Organisatoren Martina Lunzer Brem und Katharina Beran, die diese Veranstaltung in Wien aufgezogen haben. Während andere Städte schon ihr Hörspiel-Festival im großen Stil pflegen, hat unsere Literatur-Hauptstadt da noch starke Defizite.

Und empfehlenswert war die Veranstaltung allemal, auch wenn sich die Anzahl der Besucher in Grenzen gehalten hat. Was aber sicher nicht am Dargebotenen, sondern eher am späten Veranstaltungsbeginn während der Arbeitswoche gelegen sein dürfte. Im größeren der beiden Säle legte man erst ab 21:30 los.

Schauplatz war das TOP-Kino im 6. Wiener Gemeindebezirk, ein kleines Kino, das nicht von den großen Multiplex-Centers in die Rotlicht-Branche abgedrängt wurde, sondern mit Sonderveranstaltungen aufwartet. Der vordere Teil des Kinos ist als Bar gestaltet. So war in den Pausen für das leibliche und "geistige" Wohl gesorgt.

In den hinteren Räumen sind zwei Säle untergebracht, von denen der kleine gemütlich möbliert, der größere mit traditionellen Kinositzen ausgestattet ist.

Beim Eingang erhielt man für seine 8 Euro nicht nur den obligatorischen Stempel, mit der Berechtigung für unlimitierten Hörspielspaß während des ganzen Abends, sondern wurde auch mit einem Stickset ausgestattet. Ja, richtig gelesen: Nadel, Faden. Alles was man eben zum Handarbeiten braucht.

Die Stickvorlage für das der Veranstaltung namensgebende Hörschaf war auch während der Hörspiele in beiden Sälen an die Wand projeziert. Unser eigenes Geschick beim Nachsticken hat sich leider in Grenzen gehalten, doch konnten wir bei manchen Anwesenden einige Meisterwerke entdecken.

Der Anfang wurde um kurz nach 20:15 im kleinen Saal gemacht, der mit Sofas und Sitzgruppen für Hörspielabende wie gemacht scheint. Begrüsst wurden wir von einer Klang-Installation, die live von Christopf Cargnelli produziert wurde.

Um es vorsichtig auszudrücken: man muß dafür in der richtigen Stimmung sein. Und wie an einigen Gesichtern zu sehen war, hat die Performance bei den Besuchern, die auf Hörspiel eingestellt waren, einige Fragezeichen hinterlassen. Alle hatten am Eingang ein Programm erhalten, doch wären einleitende Worte besser gewesen.

Während wir noch verwirrt unser Programm von vorn nach hinten durchblättern, kam die Erlösung. Die Ansage: es folgt "wenn zum beispiel nur einer im raum ist" von Franz Mon, einem Sprachspiel aus den 80ern - kein Hörspiel im klassischen Sinn, sondern eher eine Kollage. Sicher interessant; zwischen den nachfolgenden Hörspielen hätte sich Franz Mon vielleicht noch wohler gefühlt, als direkt im Anschluß an die Klang-Installation.

Für uns war dann einmal ein Schauplatzwechsel angesagt und damit der Tausch unseres bequemen Sofas gegen die harte Realität der Kinosessel. Dafür kam nun Hörspiel im klassischen Sinn: "Top Hit leicht gemacht! In 50 Minuten an die Spitze der Charts", dem Hörspiel zum HANDBUCH - "Der schnelle Weg zum Nr. 1 Hit" der legendären Popgruppe The KLF. Schritt für Schritt führt es den arbeitslosen Helden zum Superhit. Detail am Rande: die Single-Auskoppelung schaffte es tatsächlich auf Platz 37 der deutschen Hitparade.

Und nach einer kurzen Pause zur Belebung des Kreislaufs der die englische Originalfassung des Dauerbrenners "War of the Worlds" aus dem Jahr 1938 von Orson Welles nach einer Romanvorlage H.G. Wells.

Gehört wurde bis weit nach Mitternacht, immer unterbrochen von kurzen Pausen und einigen beleitenden Worten und Anekdoten. Etwas mehr Moderation hätte aber nicht geschadet.

Obwohl uns noch der Schlaf der vergangenen Nacht fehlt können wir zusammenfassen: eine tolle Veranstaltung, die hoffentlich Nachfolger findet. Vielleicht rührt sich das Hörschaf ja beim nächsten Mal etwas früher am Abend oder am Wochenende.

Weitere Infos zum Abend auf www.hoerschaf.com


Im Saal während TOP Hit - leicht gemacht.


Jeder bekam ein Stickset

Monika Röth (monika)
e-mail: mroeth@audiobooks.at

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