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Monika Röth (monika), 25.01.2011

Cornelius Obonya von ORF-Hörspiel-Jury zum "Schauspieler des Jahres 2010" gewählt

Die Ehrung wird im Rahmen der "Langen Nacht des Hörspiels" am 25. Februar im Wiener ORF-RadioKulturhaus stattfinden: Seit 1997 wählt eine Fachjury aus ORF-Hörspielregisseurinnen und -regisseuren die Schauspielerin oder den Schauspieler des Jahres. Diesmal fiel die Wahl auf "Stimmkünstler" Cornelius Obonya.

Die Ehrung des "Schauspielers des Jahres 2010" wird einer der Höhepunkte der "Langen Nacht des Hörspiels" am 25. Februar im RadioKulturhaus sein, die Laudatio hält der Schriftsteller, Übersetzer und Historiker Philipp Blom.

Die Antwort auf die Frage, wie und wo er denn seine überragende Sprechtechnik erlernt habe, fällt ebenso überraschend wie verblüffend aus. "Gar nicht", sagt Cornelius Obonya knapp und umstandslos. Er habe, erklärt er, schlicht und einfach gar nicht sprechen gelernt. Zumindest nicht im Sinne einer fundierten Sprechausbildung, wie Schauspieler sie üblicherweise absolvieren. Seine Eltern, Kammerschauspielerin Elisabeth Orth und der früh verstorbene Burgtheaterschauspieler Hanns Obonya, hätten einfach von Anfang an mit ihm gesprochen. Immer sei mit ihm geredet worden. Und da er offenbar mit einem gewissen Nachahmungstalent ausgestattet sei, habe er, nolens volens, von Kindesbeinen an "richtig" sprechen gelernt. Die Mutter habe ihm gelegentlich "Tipps" gegeben, mehr nicht. Und noch heute korrigiert sie ihn manchmal, wenn er eine Pointe absaufen lässt. "Geprägt", sagt der 1969 in Wien geborene Enkel von Paula Wessely und Attila Hörbiger, "hat mich die Familie in jedem Fall. Man bekommt einiges mit. Der Rest ist harte Arbeit." Geprägt hat ihn aber auch jenes Medium, das er heute so meisterlich beherrscht: das Radio. Schon als Kind habe er stundenlang zugehört, beim Spielen habe er, wie in einem Live-Hörspiel, sogar die Geräusche imitiert. Bereits mit fünfzehn, sagt Cornelius Obonya, habe er gewusst, dass er Schauspieler werden wolle. Auf das Gymnasium habe er dann "souverän gepfiffen", auch im Reinhardt-Seminar hielt es ihn bloß ein Jahr. Gelernt hat er allerdings bei einer anderen Größe der Wiener Bühnenwelt: bei Gerhard Bronner. Nach der Lehrzeit in der alten Marietta-Bar, wo die Bedingungen mitunter chaotisch und Erfolge eine Überlebensfrage waren, geht es für Cornelius Obonya Schlag auf Schlag.

1989, als 20-jähriger, wird er unter der Direktion von Emmy Werner am Wiener Volkstheater engagiert. 1992 geht er nach Berlin und spielt sieben Jahre lang an der legendären Schaubühne am Lehniner Platz. Er arbeitet mit Regisseuren wie Klaus Michael Grüber, Luc Bondy oder Robert Wilson. Im Jahr 2000 kehrt er schließlich nach Wien zurück. Als Ensemblemitglied des Burgtheaters spielt er unter anderem Tschechow, Lessing und Tennessee Williams, arbeitet - wie schon in Berlin - mit Andrea Breth und tritt als Frosch in der "Fledermaus" in der Wiener Staatsoper auf. Weil er unbedingt das Angebot der Hauptrolle in dem Broadway-Musical "The Producers" im Wiener Ronacher annehmen will, verlässt Cornelius Obonya nach acht Jahren das Burgtheater und wird freier Schauspieler. Die Rechnung geht auf. Als im Februar 2010 "Cordoba", eine Satire von Rupert Henning und Florian Scheuba über das Verhältnis der "verfreundeten Nachbarn" Deutschland und Österreich im Rabenhof uraufgeführt wird, überschlägt sich die Kritik förmlich vor Begeisterung. Sooft sich die Wirkungsstätten von Cornelius Obonya auch geändert haben mögen, seiner frühen Leidenschaft, dem Radio, ist er seit 20 Jahren treu geblieben. Das erste Hörspiel, das Cornelius Obonya im Wiener Funkhaus aufnahm, datiert aus dem Jahr 1991. Knapp dreißig weitere, allein für den ORF, sollten folgen. Darunter Stücke von Werner Kofler, Gerhard Rühm und Werner Schwab, Groß- und Hochglanzproduktionen nach Joseph Roth, Henri Stendhal oder Alexandre Dumas. Dazu kommen viele Arbeiten für Berliner Sender und die gesamte ARD, in Österreich weit mehr als 100 Aufnahmen von der "Holden Kunst" bis zu "Diagonal", "Radiogeschichten", Features und Lesungen. Cornelius Obonya ist eine der Stimmen des Kultursenders Ö1.

Am 25. Februar wird Obonya als "Schauspieler des Jahres 2010" im RadioKulturhaus geehrt und folgt damit bisher Ausgezeichneten wie Rudolf Wessely, Michou Friesz, Martin Schwab, Bibiana Zeller, Peter Simonischek, Peter Matic, Andrea Clausen, Erwin Steinhauer, Chris Pichler oder Elisabeth Orth.

Quelle: ORF

Monika Röth (monika)
e-mail: mroeth@audiobooks.at

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