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Monika Röth (monika), 21.07.2008

6. Wettbewerbsrunde des Hörspielsommers: Mehr Sieger als erwartet

Leipziger Hörspielsommer zu Ende gegangen: Überraschenderweise vier Gewinner wurden gestern in der Preisverleihung des Wettbewerbs des 6. Leipziger Hörspielsommers bekannt gegeben. Eigentlich sollte in den drei Kategorien je ein Sieger ermittelt werden. Doch zur Freude der Wettbewerbsgewinner entschied die Jury anders. Den Preis in der Kategorie "Bester Autor" teilen sich Wir sind nicht das Ende von Carsten Brandau und das von Jan Decker nach einem Text von Christian Schwarz produzierte Stück Letzte Bilder. In der Kategorie "Beste Regie" gewann Jens Uwe Bartholomäus mit "Edisni". Daniel Mezger erhielt für Liebe Hörer den Preis für das "Beste Kurzhörspiel".

Die Autorensieger griffen zu ernsten, nachdenklichen Themen. Christian Schwarz beschreibt in seinem Text Letzte Bilder in "präziser, bildreicher Sprache [...] das Sterben eines Mannes als sich unendlich verlangsamende Bewegung", lobte die Jury in ihrer Begründung. Im Dazwischen von Leben und Tod lässt der Autor Realität und Erinnerung verschwimmen, erst im Moment des Todes finden diese ihre vollständige Auflösung. Carsten Brandaus Wir sind nicht das Ende erzählt vom Terroranschlag am 11. September, den Fokus auf eine tragisch beendete Liebesgeschichte gerichtet. Die Jury: "Eine gelungene Verschachtelung von Splittern der Erinnerung: von Szenen, Dialogen, Monologen und Geräuschen, die durch rhythmische Komposition unnachgiebige Verzweiflung in Szene setzen und Zerbrochenes spürbar machen."

Jens-Uwe Bartholomäus, Gewinner der Kategorie "Beste Regie" begab sich mit dem Stück Edisni auf die Suche nach dem perfekten Hörspiel. Auf witzige und unterhaltsame Art nähert er sich den verschiedenen Hörspielgenres. Er bespöttelt Regeln und Klischees, wirft die Idee einer einzigen Geschichte über Bord und entwickelt mit häufigen Wechseln eine dem Stück eigene Dynamik.

Im "Besten Kurzhörspiel" Liebe Hörer von Daniel Mezger erklärt der Radiosprecher dem Hörer seine Liebe - und erwartet eine Antwort, die es jedoch nicht geben kann, denn das Radio bleibt eine Einbahnstraße der großen Gefühle. Am Stück "besticht die Kongruenz von Einfall, Text und akustischer Umsetzung in einer lebendigen, dichten Inszenierung, die schauspielerische Präsenz, Musik und radiophone Mittel spielerisch und stilsicher miteinander vereint", bemerken die Juroren.

Der internationale Wettbewerb des Leipziger Hörspielsommers bietet unabhängigen Hörspielmachern die Möglichkeit, ihre unveröffentlichten Produktionen einem großen Publikum vorzustellen. Die besten Stücke werden von einer jährlich wechselnden Jury gekürt, der in diesem Jahr Thomas Fritz (Hörspielredakteur bei MDR Figaro), Schröter und Berger (Gewinner des Vorjahreswettbewerbs), Corinna Waldbauer (Schauspielerin und Hörspielsprecherin), Thomas Heise (Hörspiel- und Filmemacher) und Marion Czogalla (Hörspielzentrale, Plopp! Award) angehörten. Die Preise waren jeweils mit 500 Euro dotiert. Der Kulturpartner des Hörspielsommers, MDR Figaro, thematisiert den Wettbewerb in einer eigenen Sendung am 22. Juli 2008 um 22.30 Uhr: Es geht um die Preisträger und deren Stücke, Kritik, Interviews und Impressionen.

Abschied, aber nur für 2008

Der Wettbewerb ist nur ein Teil des vielfältigen Programms aus ausgewählten Hörspielen für Kinder und Erwachsene, mit dem der diesjährige Hörspielsommer seine Gäste verzauberte. "Leider war das Hörspielsommerwetter in diesem Jahr nicht besonders sommerlich, einige Stücke mussten sogar buchstäblich ins Wasser fallen. Wir sind zwar nicht aus Zucker, aber trotzdem wollen wir versuchen, beim nächsten Festival mit einer Regenvariante sicherzustellen, dass das Programm auf jeden Fall stattfinden kann. Alles in allem war es ein gelungenes Festival mit einem tollen Publikum und großartigen Live-Gästen", resümiert Festivalinitiatorin Sophia Littkopf. "Man sieht sich also auf der Wiese im Richard-Wagner-Hain - im Juli 2009!"

Quelle: Hörspielsommer e.V.

Monika Röth (monika)
e-mail: mroeth@audiobooks.at

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